schwarze Milch
zurückgehaltene Briefe aus den Todeslagern von Transnistrien
»Erinnerung gehört zum eigensten Wesen und Bedürfnis des Menschen«
Gustav Droysen
Nur was in Erinnerung bleibt, hat die Möglichkeit, Teil der Geschichte zu werden. Erinnerung, Gedächtnis und Identität haben in Zentral- und Westeuropa als wesentlichen Bezugspunkt die Shoah, die auf diesem Wege zentraler Bestandteil der politischen und wissenschaftlichen Kultur geworden ist. In Osteuropa, woher die überwiegende Zahl der Opfer stammte, fehlt dieses Bewusstsein größtenteils, wenngleich nun peu à peu gegenläufige Bewegungen festzustellen sind.
Das zwischen Dnister und Bug gelegene Transnistrien, wo 1941 bis 1944 zwischen geschätzten 145.000 und 410.000 Menschen den Tod fanden, ist allerdings hier wie dort kaum Teil der Diskussion. Dies soll sich hiermit ändern.
"Schwarze Milch" hat als Ziel, nicht zugestellte Briefe von Opfern zu digitalisieren, transkribieren, übersetzen, veröffentlichen und damit möglichst authentisch der Nachwelt zu erhalten..